FAQ zum EU-Drohnenführerschein

FAQ zum EU-Drohnenführerschein

FAQ zu Prüfung, Wallet und Scheckkartenformat

FAQ Drohnenführerschein Übergangsfristen, Berufspiloten, Modellflieger...

FAQ zum EU-Drohnenführerschein

Was passiert, wenn ich ohne Kenntnisnachweis („Drohnenführerschein“) fliege?

Es drohen drastische Bußgelder bis zu 50.000 Euro, da der unbefugte Betrieb von Drohnen als großes Risiko für den Luftverkehr und die Sicherheit allgemein gilt.

Warum wird nun ein EU-Führerschein für Drohnen Pflicht?

Der EU-Kompetenznachweis (kleiner Drohnenführerschein) soll garantieren, dass ein Drohnenpilot das erforderliche Grundwissen hat, um eine Drohne sicher zu lenken. Bescheid wissen muss man auch darüber, wo geflogen werden darf und was dabei zu beachten ist. Großer Vorteil ist dabei, dass das Dokument überall in der EU, in EWR-Ländern und in der Schweiz anerkannt ist.

Wie viele Menschen haben in Deutschland bereits den Drohnenführerschein gemacht?


Laut Medienberichten hatten bis Anfang 2021 in Deutschland nur knapp 75.000 Personen den neuen Nachweis erhalten.

Wie viele Drohnenpiloten gibt es tatsächlich in Deutschland?

Man geht davon aus, dass es in Deutschland mehr als 450.000 privat genutzte Drohnen und Modellflugzeuge gibt. Im Vergleich zur Zahl der anfänglich ausgestellten Drohnenführerscheine also ein Vielfaches. Die wirkliche Zahl der Drohnenpiloten dürfte jedoch geringer sein, da manche von ihnen mehrere Geräte besitzen. Dazu kommen noch Modellflugsportler. Allein im Deutschen Modellflieger-Verband (DMFV) sind rund 90.000 Mitglieder organisiert.

Warum hat erst ein Teil der Piloten den Drohnenführerschein gemacht?

Beobachter gehen davon aus, dass sich die neuen Regeln möglicherweise noch nicht überall herumgesprochen haben.

Welche Drohnen-Führerscheine gibt es für Hobby-Piloten? Und was ist der Unterschied zwischen den Kategorien A1/A3 und A2 (kleiner und großer Drohnenführerschein)?

Kategorie A1/A3


Für alle Apparate der Kategorie C1/C3 oder ab einem Abfluggewicht von 500 Gramm bei Objekten ohne Zertifizierung ist der „kleine“ EU-Drohnenführerschein der Klasse A1/A3 Vorschrift. Das betrifft unter anderem die beliebten Modelle Phantom, Mavic Air 2, Mavic 2 Pro/Zoom oder Yuneec Typhoon. Nicht zertifizierte Fluggeräte müssen einen Seitenabstand von 150 Metern zu Wohn-, Gewerbe-, und Erholungsgebieten einhalten und zählen dann zur Unterkategorie A3 der offenen Kategorie A1.

Kategorie A2


Wer eine Bestandsdrohne ohne Zertifizierung mit einem Abfluggewicht von 500g bis 2Kg oder aber eine C2-Drohne mit weniger als 150 Meter Abstand zu Wohn-, Gewerbe- und Erholungsgebieten einsetzen will, der benötigt nun das EU-Fernpilotenzeugnis, also den Drohnenführerschein A2.

Welche Ausnahmen gibt es für das Modellfliegen?

Wenn man sein unbemanntes Fluggerät (UAS/UAV) einzig allein auf Modellfluggeländen fliegen lässt, dann ist laut der neuen Regeln kein Führerschein erforderlich. Darüber hinaus gibt es aber nur wenige Ausnahmen, und auch Modellflieger benötigen in den meisten Fällen eine Lizenz.

FAQ zu Prüfung, Wallet und Scheckkartenformat

Drohnenführerschein mit Online-Prüfung: Ist das möglich?

Die Online-Prüfung zum kleinen Drohnenführerschein wird seit Januar 2021 zentral und zunächst kostenlos vom Luftfahrt-Bundesamt angeboten.

Was kostet die Online-Prüfung zum kleinen Drohnenführerschein?

Gemäß der aktuellen Drohnenverordnung können keine Kosten für die Online-Prüfung A1/A3 verlangt werden (auch bei Wiederholungen nicht). Die Höhe der in Zukunft zu erwartenden Kosten nach Anpassung der entsprechenden Verordnung ist dem Luftfahrtbundesamt (LBA) nach eigenen Angaben nicht bekannt. In der Szene wird jedoch mit Preisen zwischen 30 und 40 Euro gerechnet.

Welches Dokument erhält man nach der Online-Prüfung?

Der Kompetenznachweis mit QR-Code wird zunächst rein elektronisch ausgestellt. Möglich ist der Versand als PDF-Datei per Mail oder ein Download im Prüfungsportal.

Was ist der Wallet-Pass von Dronecard?

Da der Drohnenführerschein elektronisch ausgestellt wird, liegt es nahe, ihn einfach auf dem Smartphone zu speichern und für Kontrollen bereit zu halten. Das ermöglicht der Wallet-Pass von Dronecard in praktischer und einzigartiger Manier.

Muss der Drohnenführerschein auf Papier sein?

Der Drohnenführerschein ist grundsätzlich bei jedem Drohnenflug mitzuführen. In welcher Form das Dokument vorgelegt wird, ist rechtlich gesehen egal - solange der QR-Code maschinenlesbar ist. Das heißt, der Drohnenführerschein kann sowohl ausgedruckt auf Papier, im Scheckkartenformat oder als Wallet-Pass auf dem Smartphone vorhanden sein.

Gibt es den EU-Drohnenführerschein auch als Plastikkarte?

Anders als der Autoführerschein stellen die Behörden leider keine Plastikkarte aus, sondern nur die besagte Datei zum Ausdrucken (etwa im Format A4). Bei Dronecard erhaltet ihr zum elektronischen Wallet-Pass aber eine handliche Plastikkarte inklusive. Diese orientiert sich 1:1 an Scheckkartenformat und Optik der bekannten KfZ-Führerscheine. Das ist praktisch, wenn einmal der Handy-Akku leer sein sollte.

Kann ich den Drohnenführerschein selbst als Scheckkarte ausdrucken und laminieren?

Ja, solange der QR-Code lesbar ist. Allerdings ist die Anpassung des Formats eine ziemliche Fummelei und erfordert fortgeschrittene technische Kenntnisse. Zudem erreicht man durch Laminieren nicht die gleiche Optik und nicht exakt das gleiche Format wie bei einer Plastikkarte. Dronecard nimmt euch die lästige Handarbeit zu einem günstigen Komplettpreis ab und kümmert sich um den perfekten Druck.

Muss ich noch weitere Dokumente mitführen, oder reicht der Drohnenführerschein?

Zusätzlich ist es wichtig, dass man sich mit Personalausweis oder Reisepass ausweisen kann.

Wofür ist der Wallet-Pass gut?

Das Smartphone hat man meistens sowieso dabei. Mit dem Wallet Pass ist somit auch der Drohnenführerschein stets zur Hand, wenn man ihn braucht. In den meisten Fällen wird eine Drohne ohnehin via App auf dem Smartphone oder Tablet gesteuert.

Existiert das Dronecard-Wallet auch für Samsung-Handys (und andere Marken)

In Kürze wird es das Dronecard-Wallet auch für Samsung-Handys (und andere Marken) in Form eines Google Wallets geben.

Welche Erfahrungen gibt es mit Wallets?

Am beliebtesten ist bislang das Apple Wallet, das schon seit 2012 als Standard gilt. Es ist unter anderem für Bordkarten am Airport und E-Tickets der Deutschen Bahn oder der SBB in der Schweiz gedacht. Auch bei Trenitalia und in der Münchner Allianz Arena funktioniert das Apple Wallet. Seit 2014 gibt es Bezahlfunktionen per Speicherung von Kredit- und Debitkarten sowie eine Schnittstelle zu Apple Pay. Rabatt- und Bonuskarten im Handel lassen sich ebenso auf dem Wallet speichern. Zu Deutsch bedeutet das Wort nichts anderes als „Brieftasche”. Aus dem Bitcoin-Bereich ist das „Paper Wallet” zur Aufbewahrung von Digitalwährungen bekannt.

Was kostet der große Drohnenführerschein - also das EU Fernpilotenzeugnis A2?

Der Preis für den großen Drohnenführerschein (Fernpiloten) hängt von der Prüfstelle ab. Die Preise liegen meist zwischen 275 und 400 Euro inklusive Karte.

Wo können die Prüfungen für die neuen EU Drohnenführerscheine abgelegt werden?

Für den Drohnenführerschein A1/A3 ist zentral der Bund zuständig (siebe oben). Das Examen zum EU-Fernpilotenzeugnis wird von privaten Unternehmen im staatlichen Auftrag abgenommen, was ebenfalls im reinen Online-Modus möglich ist.

Wie läuft die Online-Prüfung zum Drohnenführerschein ab?

Das Online-Training des Luftfahrtbundesamts beinhaltet vier Module, in denen mit Lehrtexten und Videos alle Regeln, Anforderungen und Vorgehensweisen sowie andere wichtige Aspekte des Betriebs von Drohnen (UAS/UAV) erklärt werden.

Um sich für die abschließende Online-Prüfung zu qualifizieren, ist zunächst eine Trainingsprüfung zu absolvieren. Nur wenn mindestens 75% der Probeaufgaben korrekt beantwortet wurden, kann man sich zur Abnahme registrieren. Erst in diesem Schritt müssen persönliche Daten eingegeben werden. In 45 Minuten gilt es 40 Multiple-Choice-Aufgaben zu lösen. Werden mindestens 75 Prozent der Fragen richtig beantwortet, gilt der Versuch als bestanden.

Welche Vorteile bietet ein gedruckter EU-Drohnenführerschein? Darf ich meinen Drohenführerschein bzw. Fernpilotenschein im Druck verkleinern, um ihn dann als Scheckkarte mitzuführen?

Ja, laut Drohnenverordnung dürft ihr das Dokument zum Druck entsprechend verkleinern. Der Code auf der Karte muss jedoch unbedingt weiterhin maschinenlesbar bleiben. Bei einigen Anbietern, die das Scheckkartenformat angeboten haben, war das in der Vergangenheit nicht der Fall. Außerdem ist das Layout des Drohnenführerscheins im Gegensatz zur Größe europaweit vorgegeben. Das Dokument muss im Druck also proportional richtig verkleinert werden. Weichen die Größenverhältnisse von der Vorgabe ab, kann es zu Problemen mit Ordnungskräften führen. Besonders unangenehm ist das natürlich im Ausland.

Welche technischen Voraussetzungen sind bei der Online-Prüfung zum Drohnenführerschein im Scheckkartenformat erforderlich?

Das LBA macht dazu keine offiziellen Angaben. Mit Breitbandverbindung und einem Standard-Browser wie Chrome, Edge oder Firefox sollte es jedoch keine Probleme geben. Bei den Fernpiloten (Zeugnis A2) ist es in manchen Testzentren jedoch zu Problemen mit Safari gekommen. Außerdem werden für den großen Drohnenführerschein zwei Kameras aus unterschiedlichen Blickwinkeln benötigt, um Täuschungsversuchen vorzubeugen. Empfohlen wird für die aufwändigere Version oft eine Verbindung mit 16 Mbit (DSL 16.000).

Wie alt muss man für den Kenntnisnachweis/Drohnenführerschein sein?

Das Mindestalter beträgt in der Regel 16 Jahre. Darunter ist das Fliegen nur mit einer Begleitperson erlaubt, die selbst einen Drohnenführerschein besitzt. In diesem Fall gibt es kein Mindestalter. Eine Ausnahme ab 14 Jahren gibt es mit Nachweis über eine Einweisung für Flugmodelle durch einen Verein. Außerdem darf eine Eigenbau-Drohne unter 250 Gramm Gewicht ohne Mindestalter und Aufsicht geflogen werden. Die EU-Staaten können die Vorschriften lockern und das Fliegen auf ihrem Gebiet schon ab 12 Jahren erlauben. Dies ist in Deutschland jedoch nicht der Fall und auch künftig nicht geplant.

Brauche ich auch für Spielzeugdrohnen einen Führerschein?

Zertifizierte Spielzeugdrohnen der Klasse C0 soll man auch künftig führerscheinfrei und auch mit einem Alter unter 16 Jahren fliegen dürfen, sofern die Geräte der EU-Spielzeugrichtlinie entsprechen. Entsprechende Produkte werden erst nach und nach auf den Markt kommen.

Wie lange ist ein Kenntnisnachweis/Drohnenführerschein gültig?

Die Drohnenführerscheine sind 5 Jahre gültig und müssen danach wieder mit einer Prüfung oder Auffrischung erneuert werden.

In welchen Ländern ist mein „EU-Drohnenführerschein“ gültig?

In allen EU/EWR-Ländern und der Schweiz, das heißt in:

  • Belgien
  • Bulgarien
  • Dänemark
  • Deutschland
  • Estland
  • Finnland
  • Frankreich
  • Griechenland
  • Irland
  • Italien
  • Island
  • Kroatien
  • Lettland
  • Liechtenstein
  • Litauen
  • Luxemburg
  • Malta
  • Niederlande
  • Norwegen
  • Österreich
  • Polen
  • Portugal
  • Rumänien
  • Schweden
  • Schweiz
  • Slowakei
  • Slowenien
  • Spanien
  • Tschechien
  • Ungarn
  • Zypern

Wann und wo muss ich mich als Drohnenpilot registrieren?

Drohnenpiloten müssen sich beim Luftfahrtbundesamt (LBA) oder in einem anderen Staat registrieren, sofern sie dort einen Wohnsitz haben. Die Piloten-ID bzw. Registrierungsnummer des Piloten muss mitsamt EU-Drohnenkennzeichen sichtbar angebracht werden. Registrierung beim Luftfahrtbundesamt (LBA).

FAQ Drohnenführerschein Übergangsfristen, Berufspiloten, Modellflieger...

Ist mein national erworbener Drohnenführerschein/Kenntnisnachweis weiterhin gültig? Gibt es eine Übergangsfrist für den Drohnenführerschein?

Für den Drohnenführerschein gibt es eine keine Übergangsfrist. Wer bis einschließlich 2020 einen nationalen Kenntnisnachweis erworben hat, kann diesen aber noch bis 31.12.2021 nutzen ( allerdings nur in Deutschland). Bei einem Gewicht über 2 Kilo und an bestimmten Orten waren solche Bescheinigungen bereits in der Vergangenheit Pflicht.

Ich besitze eine Erlaubnis als Luftfahrzeugführer (Pilotenlizenz) und durfte damit bisher eine Drohne betreiben. Geht das auch weiterhin

Nein. Eine Pilotenlizenz ist nach Ansicht der Behörden nicht vergleichbar mit einem EU-Kompetenznachweis.

Wie kann ich meinen deutschen Drohnenführerschein (§ 21a Absatz 4 Satz 3 Nr. 2 LuftVO) in einen kleinen EU-Drohnenführerschein umschreiben lassen?

Diese Möglichkeit besteht grundsäztlich über das LBA, wird aber nicht empfohlen. Stattdessen rät man dringend zum Absolvieren der neuen Prüfungen und droht ansonsten mit höheren Gebühren als bei der Neuausstellung.

Kann ich eine Bescheinigung des Deutschen Modellflieger Verbands e.V. (DMFV) oder des Deutschen Aero Clubs e.V. (DAeC) in einen „EU-Drohnenführerschein“ umschreiben lassen?

Das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) teilt mit, dass eine Umschreibung nicht möglich ist, da man keine Kenntnis über die Art der Einweisung durch die Verbände habe.

Mit welchem Zeitaufwand muss ich für die Vorbereitung zum Drohnenführerschein A2 rechnen?

Der Mindestaufwand liegt bei 5 Stunden Theorie und 90 Minuten Examensdauer zuzüglich individueller Lernzeit.

Darf die Prüfung zum Drohnenführerschein wiederholt werden?

Sowohl in Klasse A1/A3 als auch in Klasse A2 kann beliebig oft wiederholt werden, auf Wunsch auch sofort am gleichen Tag.